Ich glaube, ich habe noch nie so sehr auf einen ganz normalen 1. Oktober gewartet. Kein Feiertag, kein Geburtstag, einfach nur Semesterstart. Und trotzdem war ich irgendwie aufgeregt wie früher am ersten Schultag. Endlich die Unterlagen ansehen, endlich in Moodle rumklicken, endlich alles planen und mir einen Überblick verschaffen.
Und was soll ich sagen… es läuft. Zumindest bisher. Ich lerne tatsächlich fast jeden Tag, zumindest unter der Woche. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange dieser Schwung anhält. Aber solange die Motivation von ganz allein kommt, nehme ich sie dankbar mit.
Warum ausgerechnet diese zwei Module?
Auch wenn mir einiges aus meinem früheren Studium angerechnet wurde, fehlen mir trotzdem noch ein paar Pflichtmodule. Für dieses Semester habe ich mich für Externes Rechnungswesen (31011) und Investition und Finanzierung (31021) entschieden.
Bei Externes ist es ein bisschen kurios: Das hatte ich früher sogar schon mal bestanden. Angerechnet wurde es mir wegen der ECTS trotzdem nicht. Im ersten Moment fand ich das natürlich ärgerlich. Aber eigentlich ist es für den Start gar nicht so schlecht, mit einem Modul anzufangen, in dem ich mich zumindest ein bisschen zuhause fühle. Und ganz ehrlich: Ich muss später sowieso noch Internes Rechnungswesen schreiben, und dafür muss Externes bei mir richtig sitzen. Also passt das schon.
I&F hatte ich damals an der Uni ebenfalls, und Mathe liegt mir eigentlich ganz gut. Die richtig mathelastigen Sachen wurden mir ja angerechnet. Mein Gedanke war also ziemlich simpel: ein leichteres und ein schwereres Modul, beide abhaken, fertig. Im Juni kommt dann noch Recht dazu. Das habe ich auch schon belegt, also gibt es jetzt kein Zurück mehr.
Meine Module
- 31011 Externes Rechnungswesen, Prüfung im März
- 31021 Investition und Finanzierung, Prüfung im März
- Recht im Juni, schon belegt
- Später: Internes Rechnungswesen
So sieht mein Lerntag aus
Unter der Woche läuft es meistens ungefähr so: Morgens schicke ich meinen Sohn in die Schule und bringe meine Tochter in den Kindergarten. Dann komme ich heim, mache mir erstmal einen Kaffee… und dann wird gelernt.
Das ist mein Zeitfenster. Zwei bis drei Stunden, meistens bis mittags. Danach kommt der ganz normale Alltag, und der wartet ja bekanntlich nicht.
Ich gehe dabei nach dem Skript vor und lese mir alles in Ruhe durch. Wobei „lesen“ eigentlich das falsche Wort ist. Ich versuche wirklich zu verstehen, was da steht, statt nur zu lesen und auswendig zu lernen. Das dauert manchmal länger, aber es fühlt sich einfach besser an. Und wenn ich bei einem Sachverhalt oder einer Rechnung hänge, lasse ich mir das von einer KI erklären. So lange, bis es endlich klick macht. Das hilft mir tatsächlich enorm.
Manchmal lerne ich auch mit einer Lerngruppe über Zoom. Wobei… meistens lernt da trotzdem jeder für sich. Aber allein das Gefühl, nicht ganz allein am Schreibtisch zu sitzen, tut irgendwie gut.
Mentoriate: die Theorie und meine Realität
Für alle, die die FernUni nicht kennen: Mentoriate sind begleitende Veranstaltungen, in denen Aufgaben gemeinsam besprochen und gerechnet werden. Eigentlich eine tolle Sache. Nur finden sie fast immer abends statt. Und abends sind bei mir die Kinder da, wollen noch erzählen, kuscheln, ins Bett gebracht werden.
Wenn sie dann schlafen und das Mentoriat noch läuft, schalte ich mich manchmal noch dazu. Das passiert allerdings eher selten. An den Wochenendmentoriaten kann ich auch ab und zu teilnehmen, aber eben auch nicht immer.
Inzwischen habe ich aber gemerkt, dass die Mentoriate für mich nicht unbedingt zwingend notwendig sind. Im Grunde werden dort dieselben Übungen gerechnet, die ich auch allein bearbeite. Nur dauert es eben länger. Das heißt nicht, dass Mentoriate schlecht sind, für viele sind sie bestimmt Gold wert. Für mich passt das Selbstlernen mit Skript, Übungen und KI aber vermutlich einfach besser in den Alltag.
Mein Lernplan bis März
Ganz am Anfang habe ich mir mit einer KI einen Lernplan gebaut. Dafür habe ich alle Themen und Gebiete gesammelt, die in der Prüfung drankommen, und dann geschaut, was ich in welcher Woche lerne.
Was mir dabei richtig geholfen hat: In den Skripten steht der Workload in Stunden. Damit kann man ziemlich gut ausrechnen, wie viel man pro Woche schaffen muss, um bis zur Prüfung im März durchzukommen. Klingt erstmal trocken, nimmt mir aber unglaublich viel Druck raus.
Und ganz wichtig: Meine freien Wochen habe ich direkt mit eingeplant. Die Herbstferien und Weihnachten sollen wirklich lernfrei bleiben. Falls ich in der Zeit doch mal etwas mache, ist das Puffer und kein Pflichtprogramm. Ich glaube, genau das brauche ich, damit es sich nicht wie ein Dauerlauf ohne Ziel anfühlt.
Mein Ziel sind jeden Tag wenigstens zwei bis drei Stunden. Wenn es mal nicht klappt, weil ein Kind krank ist oder der Alltag einfach lauter ist, dann ist das eben so. Ich bin meistens ein bisschen im Voraus. Und genau dieses Gefühl, nicht ständig hinterherzurennen, ist für mich vermutlich der eigentliche Trick.
GEDANKEN
Nicht ständig hinterherzurennen ist für mich vermutlich der eigentliche Trick.
Wie es weitergeht
Ich bin gespannt, wie lange dieser Schwung anhält. Ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass irgendwann die Wochen kommen, in denen es zäh wird. In denen der Kaffee nicht mehr reicht und das Skript einfach liegen bleibt. Darüber schreibe ich dann auch. Versprochen.
Und jetzt ihr: Wie startet ihr ins Semester? Lernt ihr lieber morgens oder abends, und wie wichtig sind euch Mentoriate? Schreibt es mir gern in die Kommentare, ich freue mich wirklich darüber.
